Die Feldenkrais-Methode

"Wir handeln dem Bild nach, das wir uns von uns machen. Ich esse, gehe, spreche, denke, beobachte, liebe nach der Art, wie ich mich empfinde. Dieses Ich-Bild, das einer sich von sich macht, ist teils ererbt, teils anerzogen; zu einem dritten Teil kommt es durch Selbsterziehung zustande."

Moshé Feldenkrais in seinem Buch "Bewusstheit durch Bewegung".

Was aber ist damit gemeint? Moshé Feldenkrais wollte damit sagen:
Wir bewegen uns so, wie wir uns empfinden –  unsere Bewegung sagt aus,
                                                                           wer wir sind!

Und was bedeutet das für uns konkret? Für unseren Alltag?

Der Berufsalltag (z.B. im Büro, im Verkauf, auf dem Bau, Dienstleistung im Krankenhaus) bedingt oft sehr einseitige Bewegungsgewohnheiten.
Einige dieser "Bewegungsmuster" führen im Laufe der Zeit zu Schmerzen
und Verschleißerscheinungen: Schulter-Nacken-Syndrom, Schmerzen im unteren Rücken, Bandscheibenvorfall, Knieprobleme, Fuß"fehl"stellungen, Migräne.
Stürze und Unfälle hinterlassen auch körperlich einen "Eindruck", der sich oft erst viele Jahre später bemerkbar macht.
Psychische Erlebnisse können sich ebenfalls auf unsere Körperhaltung und unsere Bewegungen auswirken (Stichwort: Psychosomatik): Fibromyalgie,
Burnout, Kreislaufbeschwerden, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Atemprobleme.
Begleiterscheinungen der Wechseljahre sind auch in der Feldenkraismethode ein Thema (z. B. Kopfschmerzen, Herzrasen, Gelenkschmerzen, trockene Augen).

Wenn wir lernen, unsere Bewegungen (wertfrei!) zu beobachten, können wir neue Bewegungsvarianten ausprobieren und zu leichteren und geschmeidigeren Bewegungen zurückkehren. Durch den Mut, neue Bewegungen auszuprobieren, können sich auch Verhaltensgewohnheiten ändern! Unser psychisches Gleichgewicht wird positiv beeinflusst. Wir erleben ein neues Körperbild auf mehreren Ebenen und gewinnen mehr oder neue Lebensqualität.

Die Feldenkraismethode bietet dafür zwei Vorgehensweisen an, die separat ausgeführt werden können, in Kombination jedoch besonders intensiv und nachhaltig wirken:

Die Gruppenarbeit (ATM = Awareness Through Movement / Bewusstheit                                                    durch Bewegung)

Eine Feldenkraislehrerin leitet Lektionen an, die jeder Teilnehmer so ausführt, wie es ihm angenehm und leicht möglich ist. Alltagsbewegungen werden in einen neuen Zusammenhang gebracht. Da wir alltägliche Bewegungen sonst unbewusst ausführen, nehmen wir unnötige Spannungen und Haltearbeit nicht wahr. In der Feldenkraisarbeit kommen wir solchen Bewegungsgewohnheiten auf die Spur. Der Kursteilnehmer erspürt in den zahlreichen Lektionen seine Bewegungsmuster und ersetzt diese nach und nach durch neue Abläufe. Da die Feldenkraismethode überwiegend mit sehr kleinen und sehr langsamen Bewegungen arbeitet, erfolgt die Arbeit bei weitgehend entspannten Muskeln und Sehnen. Die Übungen werden ohne großen Kraftaufwand meist im Liegen ausgeführt. Es besteht kein Leistungsdruck!
Das heißt: Feldenkraisübungen kann jeder machen, ob jung oder alt, sportlich oder eher unsportlich, dick oder dünn.

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Die Einzelarbeit      (FI = Functional Integration /  Funktionale Integration)

Die Einzelarbeit ist der Gruppenarbeit sehr ähnlich und doch ganz anders. Auch hier kommt ein Klient seinen Bewegungsgewohnheiten auf die Spur, allerdings im Liegen auf einer Bank und nicht durch verbale Anleitung, sondern durch unterstützende Berührung seitens der Feldenkraislehrerin. Dadurch arbeitet der Klient sehr intensiv an seinen Bewegungsmustern und kann sich seinen individuellen Wünschen und Fragestellungen widmen (besser laufen, harmonischer radfahren, lockerer Golf und Tennis spielen, geschmeidiger gehen, den Arm wieder schmerzfrei heben, den Kiefer entspannen, tiefer atmen, befreiter singen...).

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